Veröffentlicht von Stefanie | Veröffentlicht in Kiliposas Geschichten, Tierisches | Veröffentlicht am 16-05-2012
Schlagwörter: Bärbel, Bauernhof, Gretchen, Kaninchen, Kiliposa
Die Klappe vom Hänger ging auf und die Tiere staunten: Da waren ganz viele andere Tiere! Große und kleine! Mit vier Beinen und auch nur zwei! Und vor allem: es stank! Kiliposa rümpfte die Nase: “Oh je, wo sind wir denn gelandet?”
Vorsichtig stieg Kiliposa aus dem Hänger. Bärbel und Gretchen folgten ihr: “Oh, wie ist das aufregend!”, freuten sich die Beiden.
Ella schaute vorsichtig aus dem Hänger, traute sich aber nicht so recht.
Das Herrchen stieg mit einem Bein in den Hänger und gab Ella einen Klaps auf den Po: “So, Ella! Nicht immer so ängstlich! Willkommen auf dem Bauernhof!”
Ella trat vorsichtig aus dem Hänger und sah sich um. Da war ein großes Haus. Viel größer, als das vom Herrchen. Und ein paar kleine Häuser. Außerdem ein großer Haufen, der ziemlich stank. Auf dem Haufen waren Tiere auf zwei Beinen, die komische Geräusche von sich gaben.
“Boah, stinkt das hier vielleicht!”, schimpfte Kiliposa vor sich hin. Sie machte einen extra großen Bogen um den stinkenden Haufen. Schnell folgte Ella ihr.
Das Herrchen, seine Frau und die Kinder begrüßten zwei Menschen, die über den Hof kamen.
“Willkommen auf dem Elisenhof! Lasst euch erstmal drücken!”
Die Menschen drückten und küssten sich.
“Meine Güte. So eine Begeisterung. Können die das nicht riechen, oder was?”, schimpfte Kiliposa weiter. Genervt begann sie, über den Hof zu wandern. Bloß weg von den Menschen und diesem schrecklichen Haufen!
Ella folgte Kiliposa, Bärbel und Gretchen waren längst in einem dieser kleinen Häuser verschwunden.
Kiliposa schaute sich um. Da waren noch mehr von diesen Tieren auf zwei Beinen, die die ganze Zeit komisch gackerten.
“Ella, findest du nicht auch, dass es hier erstens stinkt und zweitens das total komische Vögel sind?” Kiliposa schaute sich zu Ella um. Die bog gerade in das kleine Haus zu Bärbel und Gretchen ab.
“Mann, Mann, Mann! Keiner hört einem zu”, moserte Kiliposa und ging ebenfalls in das kleine Haus.
Es war dunkel in dem Haus und Kiliposas Augen mussten sich erst einmal daran gewöhnen. Doch dann schaute sie sich um: in dem Haus war ein kleiner Zaun und dahinter ein Zimmer, in dem ganz viel Heu und Stroh auslag. Darauf standen minikleine Häuschen und Karton. Zwischen diesen kleinen Häuschen hoppelten und flitzten kleine Tiere.
“Was ist das denn?”, fragte Kiliposa neugierig.
“Das sind Kaninchen”, antwortete Ella.
“Aha”, sagte Kiliposa und kam noch ein Stückchen näher.
“Und warum sagen die nichts?”, wollte Kiliposa wissen.
Bärbel schüttelte den Kopf: “Keine Ahnung. Vielleicht sind die stumm.”
Ella nickte: “Kaninchen sagen nie etwas.”
Kiliposa schaute über den kleiner Zaun, stieg dann über den Zaun und blickte nach unten. Die Kaninchen erschreckten sich wahnsinnig vor dem Kamel in ihrem Gehege und sausten in alle Ecken davon oder versteckten sich in ihren Häusern.
Kiliposa allerdings suchte sich eine freie Stelle und setzte sich dann gemütlich mitten in das Gehege.
“Kiliposa! Kiliposa! Bist du verrückt geworden?? Was machst du da?”, rief Bärbel schockiert.
“Du hast Ella doch gehört”, antwortete Kiliposa ruhig: “Kaninchen sagen nie etwas.”
“Ja und?”, fragte Bärbel.
“Dann ist es hier herrlich still, sobald ihr euch den Hof anschauen geht. Ich mag es still.”
Kiliposa legte den Kopf auf ihre Füße und schloss genussvoll die Augen.
Bärbel schüttelte den Kopf: “Jetzt ist sie völlig verrückt geworden!”



